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Tiefbauamt orientiert Grünpflege auf städtischen Flächen auch in diesem Jahr an Artenvielfalt


„Auch in 2018 führt das Tiefbauamt das Konzept zur extensiven Grünpflege geeigneter städtischer Grünflächen fort“, sagt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes. Bereits seit ca. zehn Jahren pflegt das Tiefbauamt geeignete Rasen- bzw. Grünflächen extensiv, das heißt die Flächen werden je nach Lage und Funktionalität nicht mehr permanent, sondern nur noch ein bis dreimal im Jahr gemäht bzw. durch Schafbeweidung kurz gehalten. Beispiele befinden sich im Pferdebachtal, im Olpketal und im Lohbachtal. Auf diesen Flächen hat sich innerhalb kurzer Zeit wieder eine große Artenvielfalt eingestellt, zum Wohle von Mensch und Natur.

Geeignete Flächen für die extensive, an Artenvielfalt orientierte Grünpflege sind:

- Verkehrsverteiler/Straßenbegleitgrün (bis zur Baumscheibe)

- straßen- und wegebegleitende Ackerrandstreifen (abgrenzende, städtische Flächen entlang von landwirtschaftlichen Flächen)

- Funktionsneutrale Rasenflächen in Grünanlagen

- Schulgrundstücke-Teilflächen (Anschauungsprojekte für naturwissenschaftliche Wissensvermittlung)

- Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (A+E-Flächen, Kompensationsflächen nach Naturschutzgesetzgebung § 13, BNatSchG und § 1a, BauGB)

- Grünland in Naturschutzgebieten gemäß Landschaftsplan

- Streuobstwiesen

- Friedhofsfreiflächen
Die Stadt Dortmund ist im Februar Jahr 2012 dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.v.“ beigetreten. Dieses Bündnis, das das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ins Leben gerufen hat, verfolgt das Ziel, einen Zusammenschluss von Kommunen zu schaffen, die sich im Naturschutz engagieren.

Die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen zu stärken und den Schutz der Biodiversität in den Mittelpunkt zu rücken, ist das Hauptanliegen dieses Bündnisses, um grüne Kommunen als hochwertigen Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Der Verlust der Biodiversität betrifft nicht nur spektakuläre Lebewesen wie z.B. Elefanten, Gorillas und Tiger, sondern auch viele vermeintlich unscheinbare Organismen, die im Verborgenen leben, aber einen wichtigen Baustein für das Funktionieren der Naturkreisläufe darstellen.

Wissenschaftlich belastbare Forschungen belegen, dass die Masse der Insekten in unserem Ökosystem in den letzten 30 Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist.

Diese besorgniserregende Entwicklung hat dazu beigetragen, dass es einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens gibt, dieser dramatischen Entwicklung entgegenzuwirken.

Schon 1982 wurde in Rio ein völkerrechtlicher Beschluss zur Erhaltung der biologischen Vielfalt gefasst. Dieses Ziel wurde ab 2007 von der Bundesregierung in einer Biodiversitätsstrategie für die Bundesrepublik erarbeitet und an die Landesregierungen bis an die Kommunen weiter gegeben.

Was wollen wir erreichen?

- Gesamtausrichtung der Grünpflege an den Anforderungen nachhaltigen Handelns mit seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Komponenten

- Erhalt und Förderung der Biodiversität im städtischen Raum

- Wiederherstellung artenreicher Stadtwiesen durch Initialaussaaten (2017 begonnen wird 2018 intensiviert)

- Akzeptanz und eigenverantwortliches mithandeln in der Bürger- und Mitarbeiterschaft.

- Vermeidung von Nutzungskonflikten

- Mitnahme ökonomischer Effekte durch verringerten Personal - und Maschineneinsatz

- Langfristig energetische Nutzung der Biomasse

Welche operativen Maßnahmen sind dazu notwendig?

- Mittelfristige Umgestaltung aller geeigneten Flächen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Nutzungsansprüche

- Bereits artenreiche Flächen aus dem Gebrauchsrasenschnitt herausnehmen und extensiv pflegen

- Initialsaaten mit einer Umkehrfräse auf geeigneten Flächen zur Steigerung der Artenvielfalt auf der Gesamtfläche

- Einsaat geeigneter Baumscheiben

- Testflächen mit diversen Saatgutmischungen

- Erfassung und kontinuierliche Auswertung der getroffenen Maßnahmen.

- Informationsangebote für Bürger an ausgewählten Stellen (Beispiel Bienenweideprojekt in Scharnhorst)

Für die Umsetzung der Maßnahmen wird ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren eingeplant.

Nachricht vom 23.4.18 16:52

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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 18. November 2018 BP

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