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Hilfe für Ältere durch „Smart Service Power“

Bild:
Karl-Heinz Lambertz (P .

NRW-Projekt gewinnt ersten Preis beim
EU-Innovationswettbewerb RegioStars Award.
In den eigenen vier Wänden sorglos Senior sein – mit diesem Leistungsversprechen setzt sich das Dortmunder Projekt Smart Service Power gegen europaweite starke Konkurrenz durch.

Mit dem RegioStars Award zeichnet die EU seit 2007 herausragende Projekte für die Förderung des regionalen Strukturwandels aus. Hauptgewinner in der Kategorie CityStars ist in diesem Jahr das NRW-Projekt Smart Service Power (SSP). Prämiert wurden originelle, innovative Projekte, die als Anreiz und Inspiration für andere Regionen in der gesamten EU dienen können. „Das lange selbstbestimmte Leben im Alter wünschen wir uns alle. Technik kann die Lösung dafür sein. Wir haben gewonnen, weil wir gemeinsam mit Kommunen, Hochschulen, Wohnungswirtschaft, Pflegekassen, Pflegediensten und Unternehmen ganz neue Wege gehen“, sagt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI Software AG und Projektleiterin von SSP.

Für NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart eignet sich SSP hervorragend dafür, das Bundesland wirtschaftlich und technologisch weiter nach vorne zu bringen: „Die Digitalisierung eröffnet ganz neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven. Dafür ist die Dortmunder Gesundheits- und Pflegeplattform SSP ein Best-Practice-Beispiel: Das Projekt zeigt, wie innovative digitale Lösungen ein selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen und neue Märkte schaffen können. Herzlichen Glückwunsch an die Initiatoren.“

Das SSP-Konsortium erwartet von Smart Service Power eine positive Signalwirkung in den für ganz Deutschland außerordentlich wichtigen Segmenten demographischer Wandel und Digitalisierung. Durch das Projekt können ganze Service- und Produkt-Industrien neu entstehen. Denn erstmals sorgt hier ein Konsortium für das Zustandekommen einer Dienste integrierenden Plattform für Medizin-, Pflege- und Gesundheitsversorgung. Horster: „Wir werden in Zukunft nicht mehr von Überalterung, sondern von Autonomie im Alter reden können.“

In dem EU-weit einzigartigen Verbundprojekt SSP wird jetzt erstmals eine Plattform aufgesetzt, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht. Über sprachliche Kommunikation und mittels ausgefeilter Sensorik werden Menschen in Zukunft auf ihre aktuelle Lebenssituation abgestimmte Hilfen erhalten. Hierfür bündelt die Plattform erstmals alle bisher getrennt gehaltenen Daten sicher an zentraler Stelle und setzt sie für Diagnose- oder Pflegedienste ein. Um die Plattform in den nächsten zwei Jahren interaktiv mit den zukünftigen Nutzern aufzusetzen, haben sich 13 Anbieter und Institutionen auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Sie werden in der Modellregion Dortmund und Arnsberg einen Service aufsetzen, der älteren Menschen wieder mehr Eigenverantwortung und ein besseres Lebensgefühl gibt.

„Wir sind unglaublich stolz, uns mit Smart Service Power gegen eine starke europaweite Konkurrenz durchgesetzt zu haben“, freute sich Bettina Horster, über die Auszeichnung in Brüssel. Auf der Eröffnungsveranstaltung zur „15th European Week of Regions and Cities“ am Vortag der Preisverleihung hielt Bettina Horster als treibende Kraft im digitalen Wandel der Region NRW eine vielbeachtete Rede im Europäischen Parlament. Die Stadt Dortmund und das SSP-Konsortium habe den demographischen Wandel weltweit erstmals in den Fokus einer digitalisierten „Smart City“ gestellt und das zahle sich jetzt aus. „Wir sind echte Pioniere. Wir wollten etwas gänzlich Neues in den Fokus unserer smartifizierten Stadt stellen – nicht die ewig gleichen Themen wie Energieeffizienz, Lenkung der Verkehrsströme oder die Mobilität“, betonte Horster. Der hohe Innovationsgrad war im Übrigen auch der Grund dafür, dass das Wirtschaftsministerium, welches die EFRE Verwaltungsbehörde NRW stellt, das Projekt SSP für den RegioStar vorgeschlagen hat. Es ist nicht möglich, sich selber für diesen Preis zu bewerben.

„Die Ehrung durch die EU-Kommission zeigt, wie hoch mittlerweile die Aufmerksamkeit für das Thema technikgestützes autonomes Leben im Alter ist“, betonte Michaela Bonan, Projektleiterin auf Seiten der Stadt Dortmund und Leiterin der Projekte „nordwärts" und „Smart City Dortmund“. Bonan nahm als Delegierte der Stadt Dortmund den Preis gemeinsam mit Bettina Horster entgegen. „Dass Bettina Horster an zukunftsweisenden Themen mit hohem Anspruch an Diversität interessiert ist, hat die Stadt Dortmund schon mit der Auszeichnung zur Unternehmerin des Jahres gewürdigt. Die Auszeichnung der EU bestätigt jetzt zusätzlich unsere Entscheidung. Gleichzeitig sind wir sehr stolz darauf, dass ein „nordwärts"-Projekt so eine hohe Anerkennung findet, die zudem noch globale Strahlkraft hat.“

Und dies wirkt sich insbesondere auch auf die Stadt Dortmund aus. „Drei Viertel des Konsortiums, einschließlich der Konsortialsführerin VIVAI Software AG, sind Dortmunder Unternehmen. „Dies zeigt, wie leistungsstark und innovativ die Unternehmen hier vor Ort sind“, so Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Der OB beglückwünscht alle Projekt-Partner und -partnerinnen, besonders Frau Horster und Frau Bonan, ganz herzlich. „Die Stadt Dortmund ist auf dem Weg, sich zu einer "Smarten Stadt" zu entwickeln und die Lebensqualität zum Wohle der Menschen in der Stadt kontinuierlich zu verbessern. Mit dem Projekt „Smart Service Power" gehen wir gemeinsam einen großen Schritt in die richtige Richtung.“

„Herzlichen Glückwunsch an das Projektkonsortium „Smart Service Power“! Es nutzt die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung, um ein innovatives Konzept umzusetzen, gehörte bereits im EFRE-Wettbewerb „IKT.NRW“ zu den herausragenden Vorhaben und wird deshalb durch EU- und NRW-Landesmittel gefördert", freut sich EFRE-Referatsleitern Anja Schumacher über die erfolgreiche Nominierung des Projekts aus Nordrhein-Westfalen. (EFRE = Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)

Was Smart Service Power leistet
Der demografische Wandel führt nicht nur in Deutschland, sondern EU-weit zu einem Pflegenotstand: Es mangelt an Personal und die Kosten steigen stetig. Smart Service Power möchte hierfür eine Lösung entwickeln und durch intelligente Digitalisierung und Smartifizierung das altersgerechte technikgestützte Wohnen im Quartier ermöglichen. Das bietet Kranken, Pflege-/Hilfebedürftigen, Behinderten und Senioren fast die Sicherheit eines Seniorenwohnheims – aber das in der eigenen gewohnten Umgebung. Mit Hilfe von Sensoren werden beispielsweise Stürze detektiert, der Herd wird abgestellt, wenn er nicht mehr benötigt wird, das Trinkverhalten wird überwacht und dies alles mittels eines Sprachassistenten.

Die Daten der Sensoren und Aktoren werden in einer IoT(Internet of Things)-Plattform zusammengefasst – mit einem hohen ethischen Anspruch. So lassen sich bedarfsgerechte Services ableiten. Es wird dafür gesorgt, dass die Bewohner durch Prävention, haushaltsnahe Versorgung und vernetzte Wertschöpfungsketten so lang wie möglich sozial integriert in ihrem eigenen Quartier verbleiben können. Das entspricht dem persönlichen Wunsch der Best-Ager, aber auch Pflegekosten und soziale Folgekosten für Krankenkassen, kirchliche Träger und Kommunen werden reduziert.

HINTERGRUND
Das Projektteam
Das SSP-Projektteam besteht aus der VIVAI Software AG (Konsortialführung), der Fachhochschule Dortmund, der DOGEWO 21, dem Fraunhofer InHaus Zentrum, dem Pflegedienst Hübenthal Dortmund und der InHaus GmbH, Duisburg. Assoziierte Partner sind die Städte Dortmund und Arnsberg, die Trilux GmbH, die Barmer GEK und die AXA Versicherungen, die Architekten Schamp & Schmalöer sowie nicht zuletzt der Smart Home Deutschland e.V. und der Internetverband eco e.V..

Förderung
Das Projekt wird durch die EU (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und das Land NRW gefördert.

Die Jury
Die Jury im Segment „CityStars: Cities in Digital Transition“: Lambert van Nistelrooij, MEP und Jury-Vorsitz, Tomasz Kulisiewicz, ICT-Berater und Analyst, stv. Direktor des Centre für Studies on Digital Government in Lodz, Polen; Sten-Erik Björling, selbständiger ICT-Berater und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität in Lulea, Schweden.





Nachricht vom 12.10.17 11:47

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